{"id":18,"date":"2016-12-10T11:00:11","date_gmt":"2016-12-10T10:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/?page_id=18"},"modified":"2026-03-25T14:12:46","modified_gmt":"2026-03-25T13:12:46","slug":"historischer-ueberblick","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/?page_id=18","title":{"rendered":"Historischer \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"<div class=\"jsn-article-content\">\n<h4><strong>Ein kurzer Blick in die Geschichte von Brullsen und Hachm\u00fchlen<\/strong><\/h4>\n<h6>von Dr. Gerd Kastendieck (1936 &#8211;\u00a0 1924)<strong><br \/>\n<\/strong><\/h6>\n<p>Vor ihrer Einbeziehung in die erweiterte Stadt Bad M\u00fcnder am 1. Januar 1973 bildeten die D\u00f6rfer unserer Ortschaft, Hachm\u00fchlen und Brullsen, selbst\u00e4ndige Gemeinden. Erst zehn Jahre vorher, am 1. Januar 1963, war die zuvor ebenfalls selbst\u00e4ndige Gemeinde Neustadt mit Hachm\u00fchlen zusammengeschlossen worden; sie grenzte im Osten an (Alt-)Hachm\u00fchlen und war mit dem\u00a0 Nachbarort bereits weitgehend zusammengewachsen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Brullsen-Geschichte-published.compressed.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Hier steht die komplette Chronik des Dorfes Brullsen zum herunterladen bereit (PDF)<\/strong><\/a><\/p>\n<p>In der Vergangenheit f\u00fchrten die drei D\u00f6rfer durchaus ein Eigenleben, mochte auch die Zusammengeh\u00f6rigkeit im Kirchspiel Hachm\u00fchlen mit der altehrw\u00fcrdigen St.-Martinskirche immer eine starke Klammer darstellen. Seit dem Hochmittelalter geh\u00f6rte Hachm\u00fchlen zum F\u00fcrstentum Calenberg; Neustadt und Brullsen waren dagegen ein Teil der kleinen Grafschaft Spiegelberg mit der \u201eHauptstadt&#8220; Coppenbr\u00fcgge. Das Bestehen dieser Staatsgrenze hatte immer wieder Probleme und Streitigkeiten zur Folge, in welche auch die Einwohner h\u00e4ufig mit hineingezogen wurden.<\/p>\n<h6><span style=\"font-size: 12pt;\">In <a href=\"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Schenkungsurkunde_Altdeutsch.jpg\" rel=\"lightbox[18]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-3144\" src=\"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Schenkungsurkunde_Altdeutsch-790x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"386\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Schenkungsurkunde_Altdeutsch-790x1024.jpg 790w, https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Schenkungsurkunde_Altdeutsch-232x300.jpg 232w, https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Schenkungsurkunde_Altdeutsch-768x995.jpg 768w, https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Schenkungsurkunde_Altdeutsch.jpg 1580w\" sizes=\"auto, (max-width: 386px) 100vw, 386px\" \/><\/a>einer Urkunde von 1217 tritt das gr\u00f6\u00dfte der drei D\u00f6rfer als \u201ehacmole&#8220; in das Licht der Geschichte.<\/span><\/h6>\n<p>Die Wasserm\u00fchle (heute: Dorfstra\u00dfe 32), die dem Ort einstmals den Namen gab, hat bis 1973 Korn gemahlen. Der \u00e4lteste Hinweis auf Brullsen entstammt einem Mindener Lehnsregister aus der Zeit kurz vor 1300; darin ist von dem Dorf \u201eBorlevessen&#8220; die Rede. Beide Orte hatten damals aber schon etliche Jahrhunderte bestanden; sie d\u00fcrften zwischen 500 und 800 n.Chr. entstanden sein. Neustadt existierte dagegen im Hochmittelalter noch gar nicht.<\/p>\n<p>Als Ort im Schnittpunkt zweier hier die Hamel \u00fcberquerender Fernverkehrswege besa\u00df Hachm\u00fchlen von jeher eine gesteigerte Bedeutung. Daher war hier bereits vor 1239 eine wassergesch\u00fctzte Burg entstanden; sie lag s\u00fcd\u00f6stlich des Dorfes, wo heute noch die alte (inzwischen zu einem Wohnhaus umgebaute) Tegenscheune steht (Neust\u00e4dter Stra\u00dfe 31). Diese Burg war in der ersten H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts zwischen den Welfenherz\u00f6gen und den Grafen von Spiegelberg lange Zeit hart umk\u00e4mpft. Erst im Fr\u00fchjahr 1434 gelang es den Welfen und deren Verb\u00fcndeten, die Burg ihrer Gegner zu erobern. Sie hatten die hier zusammenflie\u00dfenden B\u00e4che aufgestaut, so da\u00df sich Graf Moritz IV. von Spiegelberg unter gro\u00dfer Gefahr in einem Backtrog \u00fcber den k\u00fcnstlichen See ins Freie retten musste. Im Jahr darauf wurde die Burg gr\u00fcndlich zerst\u00f6rt. \u2013 In der N\u00e4he ihres Vorwerks siedelten sich dann aber Bauern aus der Umgebung an; die Steine der demolierten Befestigungen konnten sie gut f\u00fcr die Fundamente ihrer H\u00e4user verwenden. So entstand \u201eHachmohlen up der nigen Statt&#8220;, das sp\u00e4tere Neustadt.<\/p>\n<p>Bald nach 1540 wurden unsere D\u00f6rfer zusammen mit dem gesamten Landstrich evangelisch; der Geistliche Johannes Brandes, der damals als Priester in Hachm\u00fchlen amtierte, setzte seine T\u00e4tigkeit nach Einf\u00fchrung der Reformation als erster lutherischer Pastor des Kirchspiels fort. In der Folgezeit (1588) erfahren wir auch vom Bestehen einer Schule in Hachm\u00fchlen; den Unterricht erteilte damals der dortige K\u00fcster, der auch f\u00fcr die Kinder aus Neustadt verantwortlich war. (F\u00fcr Brullsen ist das Bestehen einer Schule dagegen erst im Jahre 1656 belegt, und zwar durch die Existenz einer alten Schulglocke, die diese Jahreszahl tr\u00e4gt.)<\/p>\n<p>Im 17. Jahrhundert hatten die Orte wiederholt und schwer unter den Heeresz\u00fcgen und K\u00e4mpfen des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges zu leiden. Vor allem bei dem Einfall der Tillyschen Truppen im Juli 1625 entstanden schwere Sch\u00e4den; auch die St.-Martins-Kirche mit ihrer gesamten Ausstattung und drei bronzenen Glocken wurde ein Opfer der Flammen. Sogar einige Monate nach Abschluss des Friedens von Goslar (Januar 1642), der an sich das Ausscheiden unserer Heimat aus dem Krieg bewirken sollte, wurde der gr\u00f6\u00dfte Teil von Brullsen durch franz\u00f6sische Soldaten vernichtet; und \u00fcber Neustadt fielen noch im November 1647, also kurz vor dem Westf\u00e4lischen Frieden, schwedische Soldaten unter General Wrangel her.<\/p>\n<p>In der Folgezeit wechselten gute und schlechte Zeiten: Phasen erfreulicher landwirtschaftlicher Konjunktur wurden durch stark belastende Kriegszeiten unterbrochen. Vor allem der Siebenj\u00e4hrige Krieg (1756\u20131763) und die Franzosenzeit (1801\u20131813) brachten durch hohe Kontributionen und Truppendurchz\u00fcge den Einwohnern gro\u00dfe Einbu\u00dfen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_242\" aria-describedby=\"caption-attachment-242\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/St.Martini.jpg\" rel=\"lightbox[18]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-242 size-medium\" src=\"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/St.Martini-300x246.jpg\" alt=\"St.-Martins-Kirche\" width=\"300\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/St.Martini-300x246.jpg 300w, https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/St.Martini.jpg 603w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-242\" class=\"wp-caption-text\">St.-Martins-Kirche<\/figcaption><\/figure>\n<p>Erst im 19. Jahrhundert machten Hachm\u00fchlen, Neustadt und Brullsen langanhaltend sp\u00fcrbare Fortschritte. Im Kirchort entstanden ein neues, ansehnliches Pfarrhaus (1822, heute Hachm\u00fchler Stra\u00dfe 5), ein behaglich gestaltetes Pfarrwitwenhaus (1830\u201332, abgebrochen 1967) sowie ein neues, gro\u00dfes Kirchenschiff (1840\u201342). Die Gemeinde Brullsen konnte als Ersatz f\u00fcr einen bauf\u00e4llig gewordenen Vorg\u00e4ngerbau ein neues Schulhaus errichten lassen (1864\/65, heute Oberdorf 13). Auch in Hachm\u00fchlen kam es 1903\/04 zum Bau einer neuen Schule am westlichen Ortsausgang. Das heute noch vorhandene stattliche Backsteingeb\u00e4ude wies zwei gro\u00dfe Klassenzimmer und zwei ebenfalls sehr ger\u00e4umige Lehrerwohnungen auf.<\/p>\n<p>In der Folgezeit verloren die drei Orte ihren ausschlie\u00dflich agrarischen Charakter. Der Bau der Eisenbahn Hannover\u2013Hameln im Jahre 1872 hatte vor allem Hachm\u00fchlen, aber auch die beiden Nachbarorte der \u201egro\u00dfen Welt&#8220; n\u00e4hergebracht. Neben den H\u00f6fen entstanden kleinere Gewerbebetriebe, haupts\u00e4chlich Werkst\u00e4tten der Holzverarbeitung. Bei steigender Bev\u00f6lkerungszahl ging eine zunehmende Zahl von Einwohnern als Pendler ausw\u00e4rts ihrer Arbeit nach. Auch im Baugeschehen zeigten sich Ver\u00e4nderungen; die \u201emassive&#8220; Bauweise l\u00f6ste allm\u00e4hlich das Fachwerk ab. Der zunehmende Fahrzeugverkehr auf den Durchgangsstra\u00dfen wurde von einem Nutzen mehr und mehr zu einer Last. \u2013 Noch in vieler anderer Hinsicht f\u00fchrte das letzte Jahrhundert zu erheblichen Ver\u00e4nderungen. Sie auch nur ansatzweise zu schildern, w\u00fcrde aber den Rahmen dieses kleinen Beitrags sprengen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\">Ein kurzer Blick in die Geschichte von Brullsen und Hachm\u00fchlen von Dr. Gerd Kastendieck (1936 &#8211;\u00a0 1924) Vor ihrer Einbeziehung in die erweiterte Stadt Bad M\u00fcnder am 1. Januar 1973 bildeten die D\u00f6rfer unserer Ortschaft, <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/?page_id=18\" title=\"Historischer \u00dcberblick\">[&#8230;]<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"template-full.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-18","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/18","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/18\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5593,"href":"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/18\/revisions\/5593"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/brullsen-hachmuehlen.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}